Kategorie-Archiv: Cheyennes Welpenstube

Meine Welpenstube

Zwei Wochen, bevor der große Augenblick kommt, wird die Welpenkiste aufgebaut, wo sich die werdende Mutter schonmal häuslich einrichten kann. Für die anderen ist der Bereich tabu, auch wenn gerne mal vorsichtig die Nase reingesteckt wird. Kurz vor der Geburt wird gescharrt und gegraben, damit auch jedes Tuch richtig liegt. Bei der Geburt selber hat Antonia bei uns „getrickst“, denn Frauchen mußte zur Arbeit und als sie wiederkam, waren schon vier putzmuntere „C“-s in der Kiste.   Sofort ging es auf die Waage, dieses wurde täglich wiederholt, um eventuelle Schwankungen sofort zu erkennen. Bei uns vieren lief aber alles glatt.

Der einzige Rüde „Camillo“ war schon vorbestellt, ebenso wie eine Hündin „Chloe“, die mit ihren neuen Besitzern nach Amerika gezogen ist. An unserem Geburtstag klingelte das Telefon und schwupps, war Clara vermittelt. Ich habe mich, sobald ich laufen konnte, an Frauchens Rockzipfel gehängt und habe sooooo süß geguckt, daß es einfach klar war, daß die Besitzer-Suche für mich mehr oder weniger im Sand verlief… tja, der Dackelblick – ich kann nur sagen: übt ihn früh genug !!!

Sobald das Wetter es zuläßt, kommen wir Welpen mitsamt großem Korb auf die Veranda, wo wir die ersten Sonnenstrahlen genießen können. Wenn wir dann so richtig gut zu Fuß sind, gehts ab in den Garten – Leute, DAS ist klasse !!! Dort haben wir unseren eigenen Bereich, der abgezäunt ist, damit wir von den Großen nicht gestört werden (Mama Antonia ist doch noch recht bemüht um uns !) und wir nicht den großen Garten ganz für uns entdecken – auf 500qm Zwergdackelwelpen suchen ist nicht gerade so erquickend für die Menschen… die können sich aber auch anstellen !

In dem eingezäunten Bereich haben wir unseren eigenen Abenteuer-Spielplatz, mit Röhren, Wasserbecken, jede Menge Spielkram, Agility-Tunnel, Kissen, und und und….  das Schärfste ist aber der Durchgang von der Veranda zum Garten! Wir haben unseren eigenen Tunnel, der etwa 7m lang ist – irre, sag ich euch. Klar sind wir so vorwitzig, daß wir uns auch ohne unsere Mama da durchtrauen, sehr zum Erstaunen der Zweibeiner, die ziemlich dumm geguckt haben, als da plötzlich so´n paar Mini-Zwerge durchgewackelt kamen !

Später dann werden wir auf die große weite Welt losgelassen. DAS macht Spaß ! Denn erstmal gibt es unheimlich viel zu entdecken, wenn man mit seinen Geschwistern durch den Park rennen kann oder über die Rheinwiesen düsen kann… und die ganzen Menschen, die so stehen bleiben und kopfschüttelnd hinterhergucken (nicht immer positiv, aber egal!). Denn es sind ja nicht nur wir vier Welpen mit Mama sondern auch noch der ganze Erwachsenen-troß dabei ! Und wenn sich die Menschen verabreden kommen mal ganz schnell 10 und mehr Dackel zusammen.

Unser Frauchen nimmt uns dann auch im Fahrradkorb mit, außerdem dürfen wir schon Bus- und Straßenbahnfahren, was ein echter Stadtdackel eben so braucht. Autofahren wird natürlich auch geübt. Und an der Leine laufen wir auch schon, was die ersten Male allerdings höchst chaotisch aussieht – und ob Frauchen dabei so richtig Spaß hat bezweifle ich ernsthaft ! Aber sie gibt sich Mühe und mit der Zeit machen wir dann auch mit, soll uns ja keiner nachsagen, wir seien stur !

Zu Hause war auch immer viel los, denn die zukünftigen Welpenbesitzer wollten dann auch mal ihre Hunde, die sie ja zu Anfang nur vom Foto kannten, auch mal live erleben. Fanden wir klasse – noch mehr Zweibeiner, die wir um den Finger wickeln konnten !

Nach 10 Wochen verließen uns Clara und Camillo, Chloe blieb noch etwas länger, denn sie mußte wegen der USA-Reise noch bis zur Tollwut-Impfung bleiben, sonst hätte sie in Quarantäne gemußt und das wollten weder wir noch die zukünftigen Besitzer. Ihr geht es übrigens blendend, wir bekommen öfter mal mails und Bilder zugeschickt, ebenso wie von unserem ersten „Ami-Dackel“ Bille.

Ich war nicht traurig, daß ich als einzige übrig blieb, denn kurz darauf ging es für ne Woche in den Harz, da gab es ne Menge zu entdecken und ich hab noch ziemlich lange meine Welpenzeit genießen können, da Frauchen das mit der „richtigen Erziehung“ immer wieder vor sich hinschob…

dazu dann mehr beim Thema Ausbildung.