Ich bin jetzt Begleithund !!!

Wer hätte das gedacht, ich habs tatsächlich geschafft!
Am 24. Juli war Begleithundeprüfung in Unna und Frauchen hat uns angemeldet.

Da wir keine halben Sachen machen, haben wir die BHP-Gesamt in Angriff genommen.

Das Wetter war übelst, morgens Sturm und Regen, Schauer, Dauerregen, die ganze regnerische Vielfalt – fürchterlich. Gegen Nachmittag, pünktlich zum Prüfungsbeginn, gab es nur noch leichten Nieselregen und teilweise sogar richtige Regenpausen. Nur der Sturm, der blieb uns erhalten.

Wir waren insgesamt 18 Hunde, 5 davon haben die BHP-G gemacht, die anderen waren auf die einzelnen Teilprüfungen verteilt.

Zuerst ging es auf dem Hundeplatz mit der Unterordnung los. Slalom gehen, über ne Kiste springen, bei Fuß gehen, frei bei Fuß gehen (und da waren soooo viele interessante Mauselöcher, man war das schwer für uns Dackel!), durch eine Menschengruppe und all die Sachen, die wir ja schon oft geübt haben. dann kam für Frauchen die große Zitterpartie: Platz-und-Bleib und sie mußte auf die andere Seite des Platzes gehen – ob ich wohl liegen bleibe??? Berechtigte Frage, denn beim Üben, ich gebs zu – nicht ein einziges Mal! Diesmal war ich aber ganz brav, ich hab mich nicht bewegt, bin wirklich mucksmäuschenstill auf meinem Platz geblieben und hab Frauchen gaaaaanz lieb angeschaut. Ich glaub, sie war begeistert! Dann ging es noch an die Straße, Verkehrssicherheit prüfen, aber das war für mich als Stadtdackel kein Problem. Damit war der erste Teil überstanden.

Beim zweiten Teil mußte ich wieder irgendwo sitzen bleiben, diesmal ist Frauchen außer Sicht gegangen. Jetzt weiß ich auch, warum ich immer beim Bäcker auf sie warten mußte….Da ich ja wußte, daß sie bald wiederkommt, war das ok für mich. Tja – und dann kam das, was uns leider ein paar Punkte gekostet hat. Jetzt kam die “Frauchen-Suche”. Das Gras war ziemlich hoch, es war stürmisch, das macht garnichts, ABER: es war patschnaß. Und, ihr Lieben, was soll ich sagen – ich bin kein Freund von Wasser, es sei denn, es befindet sich in einem Teich oder Fluß und man kann reinspringen. Ansonsten… püüüh, nee, das brauch ich nicht. Und so habe ich auch zwei Versuche starten müssen, bis ich überzeugt war, daß ich da durch muß, sonst komm ich nicht zu meinem Frauchen. Frauchen war überglücklich, als ich endlich bei ihr war, denn schließlich lag sie die ganze Zeit im nassen Gras und hat durch mein Zögern ziemlich warten müssen.

Inzwischen war ich schon ganz schön erschöpft, gegen 19 Uhr waren wir erst in Holzwickede am Teich für den dritten Teil. Der Teich befand sich auf einem Hundeplatz, die hatten da gerade Übungsstunde, haben aber schnell Platz für die anrückende Dackelmeute gemacht. Echt nett von denen! Kaum habe ich gesehen, wo es hinging, war ich wieder hellwach! Teich-springen, jaaaa…. ich mußte mich allerdings noch etwas gedulden, denn ich war die Startnummer 4. Als wir dran waren, war ich superfix, Frauchen wirft was rein, ich düse los, wieder an Land gebracht und schwupps, wollte ich wieder rein, aber da war es schon vorbei. Schade, hatte echt Spaß gemacht. Lustig waren auch die Stimmen aus dem Hintergrund… “guck mal, die Kleine da macht auch mit, ich dacht, die wär nur Zuschauer”… aber, ha! Ich war diesmal nicht die Jüngste und Kleinste, da war eine, die war noch einen Monat jünger als ich, jawohl! Und ein bißchen kleiner war sie bestimmt auch…

Mit dem dritten Teil war dann auch die Prüfung zu Ende. Wir haben uns alle im Vereinsheim versammelt, gestärkt, den Tag noch einmal durchgesprochen..naja, die Zweibeiner jedenfalls, ich für meinen Teil habe mich auf meiner Decke zusammengerollt un erstmal tief geschlafen! Zur Preisverleihung wurde ich wieder geweckt, denn Frauchen wollte mit mir zusammen die Glückwünsche entgegennehmen. Wir haben von 176 Punkten 171 erreicht und ich denke mal, damit können wir zufrieden sein… sind wir auch!

29. Juli 2007

…und wir sind schon ein ganzes Stück weiter! Frauchen hat mich oft zum Unterricht auf den Hundeplatz mitgenommen, dann waren wir ein paarmal auf ner Wiese, da ist sie dann einfach weggegangen und ich mußte sie suchen.. naja, “mußte” ist gut, mich hielt ja nix! Schnell zu Frauchen!! Durch meine Läufigkeit wurde allerdings die Ausbildung auf dem Platz erstmal auf Eis gelegt. Dafür haben wir aber alleine weitergeübt. Das Herkommen, bei-Fuß-gehen, Sitz-und-bleib und noch viele andere Sachen. Z.B. hat sie mich doch tatsächlich einfach draußen angebunden, wenn sie zum Bäcker reingegangen ist. Das war ja wohl n Ding! Gut, es waren große Schaufenster, SIE konnte mich sehen, ich sie aber nicht, fand ich ziemlich unfair. Aber sie kam immer wieder und so schlimm war es dann doch nicht.

Wir waren auch wo anders, damit ich auch lerne, auf anderen Hundeplätzen zu gehorchen, denn nichts findet Frauchen schlimmer, als wenn man nur in den eigenen vier Wänden gehorcht. Hat ja auch recht und so hab ich mich auch bei den anderen gut benommen… uuuuund: das Ergebnis könnt ihr unter der Kategorie “Prüfungsberichte” nachlesen!!!

Damit mir das alles nicht zu langweilig wird, macht Frauchen jetzt noch mit ein paar anderen einen kleinen “Lehrgang” im Wald. Das ist super, denn da laufen jede Menge Jogger, andere Hunde, Spaziergänger und so weiter rum, wir haben richtig was zu gucken, müssen aber trotzdem gehorchen. War zu Anfang etwas komisch, denn schließlich ist man ja im Wald, um Spaß zu haben… Aber dann ging das richtig gut, Frauchen war ganz überrascht, wie gut alle gehorcht haben. Tja, was glaubt sie denn?!? Wer behauptet, wir Dackel könnten uns nicht benehmen, ha, der soll man kommen und gucken!

…da scheiden sich die Geister…

Frauchen hat früher ihre Hunde mit Fertigfutter gefüttert, egal ob Trockenfutter oder Dose, son Hund frißt ja schließlich alles…

Im Mai 2005 ist sie dann zur Frischfütterung “übergelaufen”. Sie hat sich informiert, angefangen, die Packungsinformationen zu studieren und zu hinterfragen und ist zu dem Schluß gekommen, daß das ja so gesund nicht sein kann, was da alles drin ist. Bis Juli sind dann alle Hunde problemlos umgestellt worden.

Zu Anfang war Frauchen ziemlich verunsichert, ob sie das denn auch alles richtig macht, hat Tabellen errechnet, und sich Gedanken gemacht… aber, hey, guckt uns an – ich find, wir sehen klasse aus! So verkehrt kann das nicht sein.

Oma Arlene war damals der ausschlaggebende Faktor zum Wechsel (ok, die Berichte über Tierversuche in der Futtermittelindustrie haben Frauchen dann den Rest gegeben); Arlene hatte ständig Gewichtsprobleme und, ganz übel – eine Getreideunverträglichkeit, die sich in sehr schmerzhaften Magenentzündungen zeigte. Ambrosius war immer dünn und ein total nörgeliger Fresser, dem mußte man das Futter regelrecht reinzwingen.

Wir, der C-Wurf sind der erste Wurf, der mit Frischfutter aufgezogen wurde und es hat prima geklappt. Nun muß ich aber dazu sagen, daß Frauchen sich schon nach den Wünschen der zukünftigen Besitzer richtet, denn sie möchte nicht, daß der Hund, der den Umzugsstreß hat, auch noch ne Futterumstellung über sich ergehen lassen muß. Wenn also jemand sagt, daß der Dackel mit Trockenfutter gefüttert wird, dann guckt sie sich ein gutes aus und so bekommt der Welpe das entsprechende Futter. Clärchen (Clara) und ich warend die Frischlinge, Chloe und Günni (Camillo) die Trockenfutter-Fraktion. Was natürlich nicht heißen soll, daß die beiden zugucken mußten, wenn wir Hühnerhälse o.ä. gelutscht haben!!!

Im Napf landet hauptsächlich Rindfleisch, selten Huhn oder Pute, dann gibt es noch Hühnerherzen oder -mägen, Leber und Fisch gibts einmal in der Woche, ab und an auch Pansen. Nix gekocht, alles frisch. Das Fleisch wird gewolft, denn leider schlingen wir Dackel große Stücke in einem Haps runter. Zum Kauen gibt es Rinderstrossen oder Ochsenziemer. Knochen gibt es nicht so oft, Hühnerhälse ab und zu, aber da dann auch nicht mehr als drei täglich, sonst gibts nächsten Tag Knochenköttel…

Gemüse gibt es je nach Saison, auch TK-Ware, viel frisches Obst, Kräuter, Naturjoghurt, Quark, Öl, Seealgenmehl, Hefe, Möhrensaft und all son gesundes Zeug. Das wird alles fein püriert, denn je feiner die Fasern, desto besser können wir das verwerten.

Wir klauen uns auch gerne mal ne ganze Möhre aus dem großen Sack fürs Pferd, die knabbern wir genüßlich weg. Zwar werden die Vitamine wie bei euch Menschen nur mit Öl verwertbar, aber es macht irre Spaß, sone Möhre wegzuschreddern… muß ja nicht immer alles sinnvoll sein!

Der eben beschriebene Gemüse-Obstbrei wird dann mit dem Fleisch gemischt und wir werden zweimal täglich gefüttert. Als Welpe habe ich noch 4 – 5 Mahlzeiten am Tag bekommen, aber jetzt bin ich erwachsen und werde mit den anderen zusammen gefüttert. Jeder hat zwar seinen eigenen Napf, aber wenn wir fertig sind, schnüffeln wir alle noch mal rundum, vielleicht hat der eine oder andere ja noch ein Krümelchen vergessen… Streit ums Futter gibt es bei uns nicht.

Wir haben keine Gewichtsprobleme, sogar Oma Arlene sieht mit ihren 11,5 Jahren und trotz Kastration aus… huiii, Modelmaße!!! Ihr Magen streikt auch nicht mehr. Ambrosius ist ein richtig knackiges Kerlchen, der Frauchen abends immer anbettelt, daß es endlich noch Futter gibt. Ich fühle mich auch gut… also denke ich mal, so verkehrt war der Wechsel nicht! Getreide läßt Frauchen für uns ganz weg und es fehlt uns auch nicht wirklich (soll se sich mal ins Müsli tun, das Körnerzeugs, hihi).

Natürlich gibt es für uns auch Leckerchen! Allerdings nichts Handelsübliches, denn inzwschen bekommen wir von dem Kram leicht Durchfall – unsere Mägen ist dieses Gemisch aus Konservierungsstoffen, Zucker, Salzen etc nicht mehr gewohnt…

Frauchen stellt sich tatsächlich hin und backt für uns – booooah, was ziehen da für Gerüche durch die Küche! Da ist Schlange stehen am Herd angesagt! Besonderer Hit sind die Leberkekse … unübertroffen! Obwohl die Fischkräcker oder Rinderkekse auch nicht zu verachten sind. Da wegen Arlene ein bißchen aufgepaßt werden muß, backt Frauchen mit Braunhirsemehl oder Dinkelmehl. Aber es gibt auch fleischige Leckereien aus dem Ofen. Rinderlunge und getrocknete Hühnerherzen… ganz was Feines!

…ups – nicht bestanden…

40-Stundenfährte des LV-Westfalen, DTK Gruppe Unna, am 02.06.2007

Oha, ich hab mir da vielleicht ein Ding geleistet!

Nach der Schweißprüfung der Gruppe Düsseldorf haben wir fleißig weitergearbeitet. Ich war auch richtig gut dabei, hat mir Spaß gemacht, die Fährten wurden immer älter und bald waren wir bei 40 Stunden liegenden Fährten. Da es vom Wetter her angenehmer wurde, hatte ich es auch viel einfacher, es war teilweise schön feucht, nicht zu warm – perfekt zum Suchen sozusagen…

Tja, dann kam der große Tag und wir fuhren zur Gruppe Unna, die Prüfung in Angriff zu nehmen. Aber, nun, was soll ich sagen – ich war läufig und hatte echt nur Jungs im Kopf. So fesche, ratzige Zwergdackeljungs eben….und die Schweißfährte hat mich Null interessiert. Bin zwar aus Höflichkeit n paar Meter schnüffelnd durch den Wald gegangen, aber das wars dann auch schon. Langweilig.

Im Nachhinein habe ich ein ganz schlechtes Gewissen, denn Ambrosius hat extra die Startnummer mit mir getauscht, damit ichs leichter habe (er hatte die 1 und ich die 4 aber keiner hatte Einwände bezüglich des Tauschs), weil ich ja noch so jung und unerfahren bin. Nun hatte Ambrosius die letzte Fährte, mußte mittags um 13 Uhr los, er hatte richtig zu kämpfen bei der Wärme und auf dem pupstrockenen Nadelboden. Er und Frauchen sahen auch ziemlich abgekämpft aus, fix und fertig geradezu, als sie endlich wieder zurück waren. Ich glaub, hätte er die erste, für ihn bestimmte Fährte gehabt, wär das alles etwas besser gelaufen. Werde mich niiiiiie wieder vordrängeln, versprochen! Nun muß ich mir aber irgendwas ausdenken, um das wieder gutzumachen…

Seltsamer Weise ist Frauchen kein bißchen sauer gewesen. N bißchen enttäuscht, ja, aber gelobt sei ihr Galgenhumor- puh!

Fotos von der Prüfung gibt es auch: www.teckel-unna.com -aber die Bilder mit mir, die überseht einfach, ja?!

…Dackel – ein halber Hund hoch, anderthalb Hund lang… Robert Lembke